ARAGES-Logo


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Ralph Platen: Einige Gedanken zum Logo der Arachnologischen Gesellschaft e.V.

Am 12. Oktober 1996 fand in Adelsheim das Gründungstreffen der Arachnologischen Gesellschaft e.V. (AraGes) statt. Diese Gesellschaft stellt einen Zusammenschluß der bisher existierenden Arbeitsgruppen Süddeutsche Arachnologische Arbeitsgemeinschaft (SARA, seit September 2001 "Südliche Arachnologische Arbeitsgemeinschaft"), Nordostdeutsche Arachnologische Arbeitsgemeinschaft (NORAA) und Nordwestdeutsche Arachnologische Arbeitsgemeinschaft (NOWARA) dar. Das 1. Treffen dieser neu gegründeten Gesellschaft fand vom 24.04. bis 26.04.1998 in Mainz mit einer Vortragsreihe und einer Exkursion statt. Mit der Gründung der AraGes haben jedoch die lokalen Arbeitsgemeinschaften nicht aufgehört zu existieren. Sie werden weiterhin jährliche Treffen veranstalten, bei denen Informationen über den Bearbeitungsstand regionaler Projekte (u.a. Checklists, Rote Listen, Nachweiskarten) ausgetauscht werden. Außerdem finden in unregelmäßigen Abständen Workshops statt, zuletzt am 23.11.1996 auf Gut Sunder über autökologische Einstufung von Spinnen, der von der NOWARA veranstaltet wurde. Diese Workshops dienen der intensiven Behandlung und Diskussion von speziellen Themen, deren aktueller Kenntnisstand für alle Interessierten dargestellt wird.

Ein Verein zeichnet sich vor allem durch seine inhaltliche Arbeit aus. Diese ist im allgemeinen sehr vielschichtig und komplex. Ein Logo stellt gleichermaßen den optischen Schlüssel dar, der zunächst Sinnbild für die Gesellschaft selbst sein soll. Darüberhinaus wird durch das Logo eine Gedankenkette in Gang gesetzt, die die inhaltlichen Aspekte des Vereins betrifft.

Auf dem 1. Treffen der AraGes wurde ein Logo für den Verein vorgestellt, das von Gernot Bergthaler und Peter Jäger entworfen und von Käthe Rehbinder gezeichnet wurde. Es wurde mehrheitlich von den anwesenden Tagungsteilnehmern angenommen. Gernot Bergthaler hatte die Idee, die Wasserspinne als Art für das Logo zu verwenden. Peter Jäger äußerte einige Gedanken dazu auf der Tagung in Mainz und bat mich, diese zu Papier zu bringen.

Dargestellt ist die Wasserspinne Argyroneta aquatica. Sie ist paläarktisch verbreitet, deshalb ist die nördliche Hemisphäre der Erde abgebildet. Von der paläarktischen Region ist Europa eingeblendet, der Subkontinent, auf dem die AraGes beheimatet ist. Argyroneta aquatica ist auch Sinnbild einer bedrohten Tierart, die in nahezu allen regionalen und überregionalen Roten Listen geführt wird. Die Meridiane und Längengrade sind in den Fäden von Argyroneta fortgesetzt und die Paläarktis ist von ihrer Luftglocke einge-schlossen. Daß diese mit den Fäden gehalten wird, deutet auf eine beson-dere Symbolik hin.

Die Wasserspinne als ein Teil der belebten Natur hält die Fäden in der Hand (den Tarsen) und stabilisiert durch ihre Luftglocke das Fortbestehen irdischen Lebens. Kappt der Mensch diese Fäden und verursacht dadurch die Vernichtung der Luftglocke, so nimmt er sich damit seine eigene Existenz. Hiermit wird das Zusammenspiel von Mensch und Umwelt deutlich. Durch den Erhalt der natürlichen Ressourcen und der übrigen Lebewesen sorgt der Mensch für das Fortbestehen seiner eigenen Existenz. Er ist somit zum Schutz und Erhalt der vorhandenen Ressourcen (z.B. Luft und Wasser) und der Vielfalt des Lebens (Artenvielfalt) verpflichtet.

Einen anderen Aspekt eröffnet die Art der Darstellung Europas. Europa wird grenzenlos dargestellt. Das Zentrum der AraGes bildet der deutsch-sprachige Raum, der schwarz hinterlegt dargestellt ist. Die in die Anrainer-staaten ausstrahlenden Punkte weisen dabei auf den länderübergreifenden Wirkungskreis der Gesellschaft hin. Sinnbildlich wird damit auf die Möglichkeit hingedeutet, daß Arachnologen benachbarter Länder mit ihrer Mitgliedschaft, Teilnahme an den Tagungen und Workshops sowie ihren Ideen und An-regungen die inhaltlichen Konzepte der AraGes mitgestalten können.

 

Dr. Ralph Platen, Institut für Biologie und Ökologie,Technische Universität Berlin, Franklinstraße 28/29, D - 10587 Berlin GERMANY