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Spinnen: haben
einen zweiteiligen Körper,
am Hinterkörper hinten unten Spinnwarzen, mit denen Spinnseide produziert wird. Das Männchen einer
tropischen Riesenkrabbenspinne erreicht eine Spannweite von 30 cm. Am 26.2.2005 umfasste die
Liste für Weltweit sind über 38 000 Spinnenarten bekannt (Stand: Februar 2005). Fachleute schätzen (vorsichtig), dass sich bei intensiverer Forschung in den Tropen diese Zahl noch verdoppeln oder sogar verdreifachen wird. Meist Gliederfüßer, einschließlich Spinnen. Sehr große Arten, z. B. Vogelspinnen, können gelegentlich kleine Vögel, Mäuse oder Eidechsen erbeuten, eine große Wasserspinne (Dolomedes) überwältigt auch Fischchen und Kaulquappen. Der Mund ist eine schmale Spalte (vergleichbar mit einem eingebauten Strohhalm), welche nur die Aufnahme von Flüssigkeit erlaubt. Nachdem die Beute mit einem Giftbiss getötet wurde, speit die Spinne Verdauungssaft auf das Beutetier; die verdaulichen Teile werden aufgelöst und dann aufgesogen. Spinnen produzieren
Spinnfäden als Sicherheitsleinen, für den Kokonbau,
als Fadenfloß und vor allem als Fanggeräte (Netze).
Die Fäden bestehen aus Eiweiß; deshalb
können Radnetzspinnen das alte Netz auffressen, wenn sie ein
neues bauen. Die physikalischen Prozesse zur Produktion der
Fäden versteht man noch nicht. Man weiß aber, dass
der Faden aus flüssigem Eiweiß besteht, in welchem
Eiweißkristalle eingelagert sind. Spinnenfäden sind
ähnlich reißfest wie Nylon, aber etwa doppelt so
dehnbar. Insbesondere vor der Ära der Kunstfasern gab es
einige Versuche, Spinnenfäden zur Herstellung von Textilien zu
gewinnen, und einzelne Kleidungsstücke wurden auch
angefertigt. Das Vorhaben scheiterte im Wesentlichen daran, dass
– im Gegensatz zu Seidenraupen – die Spinnen in
Einzelhaft gehalten und mit Insekten gefüttert werden mussten.
Immerhin benutzte man bis zum 1. Weltkrieg Spinnenfäden
fürs Fadenkreuz in Zielfernrohren. Es gibt verschiedene
Netztypen, die jeweils charakteristisch für eine
Spinnenfamilie sind. Nicht alle Netztypen enthalten Leimfäden. Bei den bekannten Radnetzen
hält die tropische Gattung Nephila den Rekord mit Netzen von
bis zu zwei Metern Durchmesser. Wenn eine kleine Spinne einen Faden in die Luft hinaus presst, dann genügt bald schon ein sanfter Wind, um den Faden samt Spinne mitzutragen. Solcherweise dahersegelnde Spinnen wurden schon auf Schiffen gefunden, die 100 Meilen von der nächsten Küste entfernt waren. Meist sind die Jugendstadien und kleine Arten fähig zur Fortbewegung mit dem „Fadenfloß“; große Spinnen sind dafür zu schwer. Im sogenannten Altweibersommer segeln Millionen von kleinen Spinnen durch die Luft. Im Prinzip sind alle Spinnen
giftig – sie brauchen ihr Gift zum Töten ihrer
Beutetiere. Wenn eine Spinne in Notwehr einen Menschen beißt, kann Folgendes geschehen:
Spinnen beißen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Bei einigen südamerikanischen Kammspinnen (Phoneutria) kann das allerdings schon der Fall sein, wenn man ihnen sehr nahe kommt. Die berühmt-berüchtigten Schwarzen Witwen verstecken sich eher, als dass sie einen Angreifer beißen. Das Männchen presst
seinen Samen auf ein winziges Netzchen und saugt ihn dann mit einem
Übertragungsorgan am Ende des Tasters auf. Mit einer Balz
versetzt das Männchen ein Weibchen von Fress- in
Fortpflanzungsstimmung, dann wird der Samen in die weibliche
Geschlechtsöffnung gebracht. Das Weibchen legt, je nach Art,
wenige bis über 2000 Eier und umspinnt sie zu einem Kokon.
Dieser wird von vielen Arten an einer geeigneten Stelle festgesponnen
und von einigen auch bewacht, von anderen Arten mitgetragen, bis die
Jungen schlüpfen. Im Gegensatz etwa zu den Larven der Schmetterlinge, den Raupen, sehen Jungspinnen, wenn sie aus dem Ei schlüpfen, schon wie Spinnen aus. Wegen des starren Außenskeletts müssen sich Spinnen wie andere Gliederfüßer im Laufe ihres Wachstums mehrmals häuten – kleine Arten etwa viermal, Vogelspinnen bis 20 mal. Die meisten
einheimischen Arten vollenden ihren Lebenszyklus innerhalb eines
Jahres. Unter den kleinen Arten gibt es solche, die in einem Jahr drei
Generationen zu Stande bringen, daneben gibt es Arten, die mehrere
Jahre alt werden können. Eine Vogelspinne wurde in
Gefangenschaft 27 Jahre alt; in der Natur wurde eine
Falltürspinne in Australien 27 Jahre lang beobachtet. Die meisten Spinnen sind Einzelgänger; es gibt jedoch eine Reihe von Ausnahmen:
Außerdem kommen südlich der Alpen kleine Diebsspinnen vor, die in den Netzen großer Arten leben und diesen die Beute klauen. Bei den meisten Arten trennen
sich die Tiere nach der Paarung friedlich; wenn freilich ein
Männchen nicht früh genug das Weite sucht, kann schon
einmal ein Unfall geschehen. Für einige
Lebensräume wurden schon über eine Million Spinnen
pro Hektare errechnet, welche rund 50 Tonnen Beute pro Jahr fressen
– oder weit über eine Milliarde Beutetiere. Da die meisten Spinnen ein
verstecktes Leben führen, weiß man gerade bei den
seltenen Arten meist nichts über die Bestandesentwicklung.
Hingegen weiß man, dass sie empfindlich auf
Veränderungen der Umwelt reagieren – deshalb eignen
sie sich gut zur Beurteilung des ökologischen Wertes von
Lebensräumen. Auf einem intensiv bewirtschafteten Acker kommen
beispielsweise nur etwa zwei bis drei Dutzend Spinnenarten vor, an
einem Waldrand können es 200 Arten sein! Es gibt einige Arten, die
regelmäßig in Häusern vorkommen und in
unserem Klima nicht über längere Zeit im Freien
überleben können. Angst oder Ekel vor Spinnen sind kein Naturgesetz! Es gibt Völker, die keine Angst vor Spinnen haben, und solche, denen Spinnen heilig sind. Fachleute sind der Meinung, Spinnenangst (Arachnophobie) sei (unbewusst) anerzogen, d.h. traditionell weitergegeben, ohne darüber nachzudenken: Wenn die Mutter mit Abscheu reagiert, wird das Kind Spinnen als etwas Garstiges wahrnehmen. Die ältesten versteinerten Spinnen sind etwa 400 Millionen Jahre alt, also wesentlich älter als die Saurier. Wer mehr darüber wissen will, wie Spinnen im Detail aussehen, kann sich auf der folgenden Homepage informieren: www.araneae.unibe.ch unter Lexikon
Autoren: Jakob Walter, Ambros Haenggi und Peter Jäger |
Webmaster, Freiburg, 02.10.06